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WissensDurst - Unglaublich das Gehirn

  • Tribaun 5 Museumstraße Innsbruck, Tirol, 6020 Austria (map)

Keine Panik – wie wir dem Gehirn helfen können Angst zu verlernen
Prof. Dr. Nicolas Singewald
Abteilung für Pharmakologie und Toxikologie, Institut für Pharmazie, Universität Innsbruck
Das Herz schlägt bis zum Hals, die Knie sind weich, die Hände zittern, die Brust ist eng, bis hin zur Panik, Todesangst. Unkontrollierbare Symptome der Angst bestimmen und beeinträchtigen das Leben von Patienten mit Angststörungen. Übersteigerte, pathologische Angst entsteht sehr oft durch Lerneffekte. Erinnerungen an schlimme, traumatische Erlebnisse wie Überfälle, Vergewaltigung, Unfälle, die tief im Gehirn verankert sind, können diese Symptomatik immer wieder auslösen. Die gute Nachricht, die Angstsymptome können durch Lernprozesse auch wieder kontrollierbar werden. Das sogenannte Extinktionslernen, das plastische Veränderungen im Angstnetzwerk des Gehirns in Gang setzt, ist der zentrale Mechanismus bei der verhaltenstherapeutischen Konfrontationstherapie, die heute auch in der virtuellen Welt durchgeführt werden kann. Anders als der Begriff vermuten lässt, werden bestehende Gedächtnisinhalte jedoch nicht gelöscht, die alte Furcht-Gedächtnisspur bleibt bestehen, wird aber durch das Umlernen erfolgreich unterdrückt. Leider ist dieses Extinktionslernen bei Angstpatienten oft gestört, sodass Erfolge bescheiden bleiben. Die Forschung hat nun Möglichkeiten gefunden, durch Medikamente - sogenannte Neuroenhancer - das Extinktionslernen zu beschleunigen und zu stärken, die Wirksamkeit der Konfrontationstherapie zu verbessern und damit Ängste längerfristig kontrollierbar zu machen. Im Vortrag werden diese neuen Ansätze der Angsttherapie vorgestellt und die zugrundeliegenden Vorgänge im Gehirn erklärt. 

Motiviertes Verhalten und Abhängigkeit (Sucht)
Univ. Prof. Dr. Gerald Zernig
Division für experimentelle Psychiatrie, Medizinische Universität Innsbruck
Zwei Fragen haben uns wahrscheinlich alle schon irgendwann einmal in unserem Leben beschäftigt: Bin ich verrückt? Bin ich süchtig? Wir fürchten die Abhängigkeit von einem anderen Menschen, von einer Beschäftigung, dem sogenannten „Glücksspiel“, wir fürchten die Abhängigkeit von Essen, Drogen, Verliebtsein, unserem Beruf, vom Bergsteigen, vom Internet, vom Einkaufen. Auf der anderen Seite wäre unser Leben ohne das Begehren von Erlebnissen, Menschen und Dingen, ohne unser „ich will das“, ohne unser motiviertes Verhalten sehr viel weniger anregend. Wo hört Engagement auf, wo beginnt Abhängigkeit? Prof Zernig, Pharmakologe und Psychotherapeut, zeigt Ihnen einen Selbsttest, mit dem Sie ganz für sich allein, im Geheimen, sofort prüfen können, ob Sie nach ..... süchtig sind. Sie werden sehen, dass motiviertes Verhalten und Abhängigkeit von den selben Hirnregionen vermittelt werden, werden erfahren, welche Neurotransmitter sich in welchen Hirnregionenen verändern, wenn Menschen in die Abhängigkeit kippen. Sie werden erfahren, wohin Sie sich wenden können, wenn Ihr/e Partner/in oder Sie selbst abhängig oder coabhängig sind. Prof Zernig steht Ihnen während seiner Präsentation und nachher für Fragen zur Verfügung.

Later Event: May 18
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